G a l e r i ed e rS t a d tL ü d e n s c h e i d

W. Berges, Sommer,
1972 ©W. Berges;
Foto N. Schönherr

Bevor 1968 die POP ART ihren Zenit überschritten hatte und die Protestbewegungen der Jugendkultur ihren Höhepunkt erreichten, waren die eigentlichen künstlerischen Innovationen bereits in den späten 1950ern und frühen 1960ern vollzogen worden. Mehr und mehr setzte sich die Durchdringung von sog. hoher Kunst und Alltagskunst durch: irritierende Wahrnehmungsexperimente der OP(TICAL) ART, künstlerische Lichtphänomene der ZERO-Künstler und schließlich die Reproduzierung der Warenwelt in Blow-Up und comichafter Farbigkeit.

Wie spiegeln sich diese Entwicklungen in den kulturellen Ambitionen einer Stadt in der Größe Lüdenscheids? Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde damit begonnen, gezielt und planmäßig Kunst für eine Städtische Sammlung zu erwerben. Anerkannte, konservative Arbeiten deutscher BildhauerInnen der klassischen Moderne, u.a. von Ernst Barlach, Georg Kolbe, Käthe Kollwitz, eröffneten den zunächst vage formulierten, zaghaft begonnenen Aufbau einer städtischen Kunstsammlung. Die Kunst der 60er erreichte die Lüdenscheider in den 1970er und 1980er Jahren oftmals auf Initiative privater Sammler. Dann eroberte ein neuer Werkstoff insbesondere die Gebrauchskunst: Kunststoff! Diese ‚Zukunft sollte in Lüdenscheid beginnen’ – 1971 mit der IKA, der Internationalen Kunststoffhausausstellung.

Skulpturen, Gemälde, Grafiken und Designobjekte aus der Sammlung der Städtischen Galerie und aus Lüdenscheider Privatbesitz führen den Besucher durch eine Epoche des Aufbruchs und der Überwindung konservativer Einengung.

Eine Ausstellung der Stadt Lüdenscheid, gefördert von der Sparkasse Lüdenscheid, in Kooperation mit dem Verein der Kunstfreunde Lüdenscheid e.V. (KFL)

Eröffnung
7. September 2018, 19:00 Uhr · Laufzeit: 08.09.2018 - 13.01.2019


Afri Cola Werbung, 1968 ©Charles Wilp


 

G e s c h i c h t s m u s e u m


Rudolf Rock am Beanery ©Michael Nürenberg

„Alles war im Aufbruch, das kann man sich heute nicht mehr vorstellen…” – die Museen der Stadt Lüdenscheid erinnern an 50 Jahre Jugendkulturrevolution 1968 und präsentieren durch Objekte und Dokumente, mit Interviews und Inszenierungen, dass sich die damaligen Veränderungen in der südwestfälischen Mittelstadt Lüdenscheid in Ereignissen, Biografien, Strukturen und in veränderten Mentalitäten spiegelten. Zeitzeugen aus Lüdenscheid berichten davon, wie die deutsche Nachkriegszeit endgültig ihr Ende fand und wie Beatmusik und Hippiebewegung, Vietnam-Krieg und Jubel-Perser, Minirock und lange Haare, Che Guevara und Mao Zedong die Gemüter erregten. Die politische Jugend Lüdenscheids formierte sich im club aktuell und protestierte gegen den Besuch des Schahs und den amerikanischen Imperialismus. Junge Leute probierten neue Lebensformen aus und schlossen sich zu Wohngemeinschaften zusammen. Bands wurden gegründet, um mit Musik dem neuen Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen. Der damalige Lüdenscheider Stadtjugendpfleger Gotti Schumann organisierte Konzerte und Festivals und sorgte für den entsprechenden Beat im Sauerland. Nicht zuletzt prägte er die Weltläufigkeit der lokalen Jugend, indem er Reisen ins westeuropäische Ausland und den ‚Ostblock’ ermöglichte. Diese Ausstellung, die sich auf die umfangreiche Recherche durch Dr. Dietmar Simon und Michael Nürenberg berufen kann, lässt den Besucher der Museen den Geist von ’68 spüren: Möbel und Mode, Autos und Roller, Instrumente und Schallplatten erlauben einen authentischen Rückblick auf das Lebensgefühl einer bewegten Epoche. – Ein Begleitprogramm ergänzt die Präsentation. Eine Ausstellung des Vereins für die Geschichte Preußens und der Grafschaft Mark – die Museumsfreunde e.V. in Kooperation mit der Stadt Lüdenscheid, gefördert von der Sparkasse Lüdenscheid

Eröffnung
23. September 2018, 11:30Uhr · Laufzeit: 23.09.2018 - 27.01.2019
 


E r ö f f n u n g e n
Sie sind herzlich willkommen!

KUNST DAMALS! – Von OP bis POP
Freitag, 7. September 2018, 19:00 Uhr

Es sprechen
THOMAS RUSCHIN
Beigeordneter der Stadt Lüdenscheid
KLAUS CRUMMENERL
Kunstsammler
SUSANNE CONZEN
Galerie der Stadt Lüdenscheid


POP und PILLE – Lüdenscheids Jugendbewegung um ’68
Sonntag, 23. September 2018, 11:30 Uhr

Begrüßung
DIETER DZEWAS
Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid
Einführung
Prof. Dr. DETLEF SIEGFRIED
Zeithistoriker, Universität Kopenhagen
Danksagung
URSULA DELHOUNGE
Kuratorin
Eröffnung
Dr. ECKHARD TROX
Museen der Stadt Lüdenscheid


F ü h r u n g e n

KUNST DAMALS! – Von OP bis POP
Öffentliche Führungen an folgenden Sonntagen, jeweils um 15.00 Uhr
09.09. / 23.09. / 07.10. / 21.10. / 04.11. / 18.11. / 02. 12. / 16.12. / 30.12.2018
Finissage am 13.01.2019
POP und PILLE – Lüdenscheids Jugendbewegung um ’68
Öffentliche Führungen jeden Sonntag, jeweils um 16.00 Uhr,
außer am 09.12.2018, 16.12.2018 und 13.01.2019


K o n t a k t



KUNST DAMALS! – Von OP bis POP

Galerie der Stadt Lüdenscheid
08.09.2018 - 13.01.2019
POP und PILLE – Lüdenscheids Jugendbewegung um ’68
Geschichtsmuseum
23.09.2018 - 27.01.2019
Eintritt
EUR 4 / 5 – EUR 2 / 2,50 (erm.)
Kombiticket (Städtische Galerie / Geschichtsmuseum)
EUR 7 – 5 (erm.)
Museen der Stadt Lüdenscheid / Städtische Galerie Lüdenscheid (i.d. Museen)
Sauerfelder Straße 14-20, 58511 Lüdenscheid
Tel. +49 (0) 2351 / 17-14 96
E-Mail: museen@luedenscheid.de
mittwochs bis sonntags 11:00 bis 18:00 Uhr



Inhalt

- Von OP bis POP
- POP und PILLE
- Eröffnungen
- Führungen
- Kontakt/Information
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©schönherrs-werke


Verein für die Geschichte Preußens
und der Grafschaft Mark –
die Museumsfreunde e.V.